Hexen im 21. Jahrhundert

Bin durch zufällige Lektüre eines Buches darauf gestoßen, dass Hexen in unserer Zeit ernstzunehmende Aspekte haben:

Praktische Magie hat nichts übernatürliches an sich. Es ist eine Kulturtechnik – wie Lesen oder Programmieren oder Blockflöte. Sie bedient sich der gleichen natürlichen Phänomene wie die Naturwissenschaften. Was sie von jenen unterscheidet, ist die methodische Herangehensweise.

Eine Hexe wird niemals auf einem Bürstklopfsauger aufsatteln und einen kurzen Abstecher nach Sirius B unternehmen – aus drei Gründen nicht: erstens, dort ist die Luft zu dünn; zweitens, das Kabel ist zu kurz; und drittens: was will sie dort? Aber, was eine Hexe könnte, wäre (beispielsweise) sorgen, dass dein unerwidert geliebter Bekannter in Kanada unerwartet eine Email absetzt mit einem kurzen Lagebericht und der Meldung, er an dir – zumindest körperlich – interessiert sei.

Eine Hexe betreibt keine labormäßig wiederholbaren Versuche oder statistischen Erhebungen. Sie hält die Nase in die Luft und schnuppert. Sie denkt nicht, sie assoziiert. Daran ist das Hirnchen ebenso beteiligt wie der Arsch. Der Vorgang ist strikt subjektiv.

Ohne Übung kommt eine Hexe übrigens auch nicht aus. Sie muss rauskriegen, welches Ritual funktioniert und welches nicht. Kriegt sie auch raus, wenn sie was taugt. Wenn nicht, fliegt sie gemäß Darwin aus dem Wirtschaftskreislauf raus.

Ich würde hier gern schreiben, wie eine Hexe genau funktioniert. Dass ich es nicht tue, hat diesen Grund: ich weiß es leider nicht. Ich selber verstehe vom Hexen praktisch nichts. Aber reizen tut mich das Thema schon.

Mein alter ego hat sich das Ziel gesetzt, die praktische Magie zu erlernen. Irgendwo im Web treibt der sich rum. Aber – im Vertrauen – manchmal habe ich den Eindruck, der spinnt ein Kleinbisschen – nicht, dass er bös wär –

(Kommentarfunktion aus.)

(Ursprung – 16.04.2008)

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