Vorbemerkung: ich bin ausgesprochen markenuntreu. Schon immer gewesen.
Seit ca. 2004 lebe ich „microsoftfrei“. Hier eine kurze Auflistung meiner Stationen – es fing alles 1997 an:
- 1997 stellte ich mir einen PC zusammen mit damals märchenhaften 64 MB und dem damals aktuellen Win95. Zusätzlich investierte ich 65 Deutschmarks in Suse, ich glaub, 6.0 oder so. Ich spendierte ihm eine Plattenhälfte. Aber es erkannte nicht den Echtfarbenmodus meiner Grafikkarte. Mich macht sowas krank. Also schimmelte dies Linüx vor sich hin.
- Was Win95 anbetraf: es tat im Großen und Ganzen, was ich von ihm verlangte. Eine Installation „lebte“ ca. 9 Monate, danach war sie hinüber. Das lag freilich an mir, nicht an Herrn Gates. – Mein persönlicher Alptraum war dann jedesmal die Treiber-Einstellung für die Soundkarte.
- 1998 stellte ich mein Lisp in Perl der Perl-Community vor mit der unausgesprochenen Bitte, irgendwo Webspace verfügbar zu machen. Als ich Neuling merkte, dass diese Vorgehensweise unüblich ist, erstellte ich meine erste Homepage – ich glaube vier Seiten, mit elf Editoren erstellt – zum Zweck, es zu veröffentlichen, und mit dem Nebeneffekt, dass ich internetsüchtig wurde. (Ähm. Ich kann jederzeit aufhören, wenn ich will.) (Doch. Wirklich.)
- 2000 veröffentlichte ich meinen XHTML-Editor. Zwar mit Tcl/Tk – eigentlich plattformunabhängig – aber das Programm verwendete externe Windows-Programme und war daher nicht linuxfähig. Davon abgesehen nutzte ich bei der GUI unausgesprochene Windows-Vorgaben (verzeihlicher Anfängerfehler).
- 2002/3 oder so ähnlich startete ich mein Projekt One Hand, und nach nur wenigen Jahren Anwendung fing ich an, meine anfänglichen Vorurteile gegen Tcl in Frage zu stellen.
- 2004 (glaub ich jedenfalls) kam in der Fachzeitschrift c't die erste Knoppix-Life-CD raus, bei der auch ein Festplatteninstaller drauf war. Da fing es an, glaub ich. Die CD aus der Zeitschrift war hinüber, das Installationscript wurde ums Verplatzen nicht fertig, aber 2-3 CDs später hatte ich dann den Dreh raus und ein fix&fertiges Unox auf der Festplatte.
- 2004 Zwei Wochen waren nötig, um das Projekt One Hand an die Unix-Gegebenheiten anzupassen – erstaunlich kurz, wenn mans bedenkt – an dieser Stelle ein dickes Lob an Tcl/Tk!.
- 2005 Mein PC von 1997 rauchte ab, ich stellte mir bei Brand-X einen neuen Rechner zusammen (diesmal 1 GB, und erstmals ohne Betriebssystem).
- 2005 (immer noch): Knoppix lief zwar tadellos, aber die Schrift hatte diese hässlichen Sägezähne an der Kante. Erinnerte mich unangenehm an Winzigweich.
- 2005 Also probierte ich mehrere andere Distributionen. Mittlerweile hatten praktisch alle die Life-CD-Fähigkeit von Klaus Knopper übernommen. Nach fünf bis acht Anläufen stoppte ich bei Mandrake (heißt heute Mandriva), Lieferant damals: Bahnhofsbuchhandlung Gießen. 10 Euronen. Lief wunderbar fix. Aber ich bekam es nicht gebacken, das Startmenü zu konfigurieren. Und der Emacs sah grauenhaft aus. (Emacs? Brauch ich, um mich wohl zu fühlen.)
- 2006 Nach 2-3 weiteren Versuchen schwenkte ich um auf Kanotix. Das baut auf Knoppix auf, ist aber einen Tacken mehr auf DAU-Freundlichkeit optimiert (also genau für mich). Yeah. Das war es ...
- ... bis vorgestern. 2007. Ich hab jetzt Ubuntu.
Hä? Ubuntu gibts ja nun schon ein paar Jahre. Und das soll was neues sein?
Langsam und der Reihe nach. Ich schaffte mit Kanotix, und das eine oder andere Nutzdatum hatte sich auf meiner Platte festgesetzt. Da experimentiert man nicht mehr. Es sei denn, man hat – wie ich letzte Woche – sein Kanotix kaputtinstalliert, und die Nach-Installation hatte schon wieder keine Internetverbindung, und dies lief blöd und jenes daneben ... das ist quasi die Ultima Ratio.
Jetzt bin ich ein freudestrahlender Ubuntu- ... äh ... Dingsbums. Der Multimediaplayer Totem singt für mich wunderbare Weisen. HR3 und YouFM kann ich lauschen. (SWR3 verkneif ich mir, bis die runter sind von ihrem RealPlayer-Trip.) Mp3 und MPG funktioniert.
Gnome rennt wie der Teufel – im Unterschied zum vorigen KDE: Doppelklick auf ein Ordnersymbol, und das Verzeichnis geht auf wie der Blitz!
Soeben habe ich One Hand ans Laufen gebracht und diese Seite hochgeladen.
Sogar der Windows-Emulator Wine scheint das Versuchsstadium hinter sich zu haben. Heißt, sogar mein XHTML-Editor ist unter Linux mit Doppelklick wachzuküssen. Endlich wieder.
Die Sonne geht auf!
(Ursprung
–
03.05.2007)
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