Designkritik Revolution 60

Durch den Gamergate-Skandal drauf aufmerksam geworden – die Spiele-Programmierin Brianna Wu ist nach eigenen Angaben wegen Morddrohungen aus ihrem Zuhause geflüchtet – habe ich ihr Indy-Spiel Revolution 60 näher betrachtet.

Vorab, ich selbst nutze die eher schlichten Produkte (Mine, Acht Königinnen, Sudoku, MADN) ohne Grafikbeschleuniger. Die Spiele-Logik und den Motivationsfaktor lasse ich darum außen vor und konzentriere mich auf das Design. Ich betrachte Trailer des Spiels.

Revolution 60 ist ein Baller- und Prügel-Spiel. Laut Wikipedia gemacht ausschließlich von Frauen, Zielgruppe ebenfalls ausschließlich (?) Frauen. Um eine Hintergrundgeschichte – soweit gegeben – habe ich mich nicht groß geschert, mehr um die tragenden Figuren des Spielgschehens. Hier die Heldin:

Von der Sorte kommen nach meiner Zählung Stücker drei vor, zu unterscheiden an Kleidung und Frisur (Körperbau einschließlich Gesichtszüge gleich):

Das sind die Lieben im Film. Jetzt zu den Bösen.

Bei denen konnte ich keine Unterscheidung feststellen; aber vielleicht sind mir Nuancen der Ganzkörperschminke entgangen, wer weiß?

An dieser Stelle eine Zäsur. Wir haben zwo Sorten Charaktere, und aus der Betonung auf ausschließliche weibliche Produktionsmannschaft leiten wir einen Bezug zum Geschlechterkampf ab. Die Weiber sind die Lieben, die Bösen folglich die Männer (so einer wie ich z. B.).

Die Kampfhandlungen sind Nullachtfuffzehn.

Habe ich bei anderen Trailern auch schon gesehen.

Die Sympathie-Verteilung der Spiel-Charaktere ergibt aus dem Outfit, vorausgesetzt, man mag Barbie-Puppen. – Innerhalb der Lieben gibts noch eine Chefin, die den Design-Regeln zufolge zur Ober-Lieben ausstaffiert werden muss. Und das geschieht wie?

Genau. Die Pferdeschwanzfrisur erinnert in Form und Größe an einen zweiten Arsch, halt überkopf angeordnet. Der Arsch ist „das andere Gesicht“. Ein Arsch ist was Schönes. Wer hat's gemerkt?


Zusammenfassung, man muss es mögen. Erstaunlicherweise hat eine Spendensammlung 12.728 Dollars gebracht. Es muss Leute geben, denen das gefällt. (Mir klappt dabei das Messer in der Tasche auf.) Nur eine Redensart. Keine Drohung!

Trotzdem ist es ein Unding, die Autorin mit Mord zu bedrohen, meine Damen und Herren!

(Kommentarfunktion aus.)

(Ursprung – Donnerstag, den 16. Oktober 2014, 21:55:00 Uhr)

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