Feminismus-Debatte

Dem Feminismus begegnete ich erstmals in der Pubertät (in den Sechziger Jahren) in Gestalt der Antagonistinnen Esther Vilar und Alice Schwarzer, von deren Büchern ich die Klappentexte las – damals nicht meine Welt. (Ich war, glaube ich, fünfzehn.) – Während Abitur und Anfang der Studienzeit (Siebziger Jahre) ergriff ich – geleitet von Gerechtigkeitsempfinden, aber ohne groß politische Aktivität – Partei für die „Sache der Frau“. – Noch lange vor meiner (später gescheiterten) Ehe machte die Euphorie für die „gute Sache“ einer nüchternen Sichtweise Platz. (Mag mit konkreten Verkörperungen des angehimmelten Geschlechts zusammenhängen.)


Im lesenswerten Geschichtsblog listet Stefan Sasse die Geschichte der Frauenbewegung auf; im Öffinger Freidenker notierte er (2010) zum gegenwärtigen Feminismus im Schlussabsatz:

Die Ideologie der Frauenbewegung hat längst totalitäre Züge abgenommen. Sie lässt keine Kritik mehr zu und ist blind für die Wirklichkeit, die von dem Bild abweicht, das sie selbst gezeichnet hat.

Python-Foot So nehme ich sie auch wahr. Und die Privilegierung der Frauen bordet über nach Art eines Komikertrupps mit Kult-Status.

Nota bene – in den Siebzigern war die Bewegung durchaus korrekt! Einige Gesetzesregelungen zum Nachteil der Frauen waren mit rechtsstaatlichen Grundsätzen unvereinbar und wurden völlig zu Recht angegriffen und aufgehoben.

Nur, die Zeit schreitet voran, die Ziele sind erreicht. Die Berufsfeministin Alice Schwarzer verarbeitet ihre Sinnkrise z. B. mit öffentlicher Forderung nach Verbot von Prostitution. Befragen Sie zum Prostitutionsverbot mal die Freiberuflerinnen in der Frankfurter Elbestraße! Die Journalistin Antje Schrupp stellt fest, dass bei Symposien und Kongressen die Frauen sich mit Wortmeldungen zurück halten und leitet daraus eine Erhöhung der Frauenquote über 50 Prozent ab, so lange, bis die Quote der Wortmeldungen fifty-fifty männlich-weiblich ist. (Ein Urteil überlasse ich höflich dem Leser.)

In der feministischen Blog-Welt wird gefordert aus Freude am Fordern. Die Wünsche bewegen sich im Sachbereich des gesetzlich nicht fassbaren. Nachfragen stoßen auf wenig Gegenliebe. In einem Kommentarbereich erhielt ich Antwort, ich möge mich daran gewöhnen, dass es viele Feminismen gäbe. (Der Thread wurde von der Blog-Inhaberin gelöscht. Trotzdem unvergesslich.)

Ich ergänze aus Stefan Sasses zitiertem Blogeintrag (vor Meinungsänderung, später mehr) den derzeitigen Feminismus um diese Qualität: Nicht nur dogmatisch und totalitär. Sondern auch bescheuert. (Und das tut weh.)


In seiner aktuellen Blog-Serie Ich lag falsch (5) (4, 3, 2, 1) ändert Stefan Sasse seine Meinung um 180 Grad:

Die einzelnen Punkte sind diskutabel, beispielsweise wieso die Fortpflanzung als Belastung aufgefasst wird und nicht, wie durchaus denkbar, als Privileg; oder ob Rollenbilder grundsätzlich gleichbedeutend mit Zwang sind; und so fort. Für Diskussion gibt es den Kommentarbereich. Die Diskussion ist rege und – mit der Ausnahme eines Mitglieds – durchaus fruchtbar. Ich verhehle nicht, dass ich Sasses Kernaussage kritisch sehe, obwohl ich seine Blogs generell mit Interesse und mit Gewinn gelesen habe.

Und, ehrliche Haut, die ich bin, gebe ich offen zu, dass mich die teilweise nackte Unverschämtheit einiger Feministinnen anwidert. (Mädels, betrifft den Großteil von euch nicht. Einzelfälle! Gibts überall! Auch bei Kerls!)


Links – Normalos und Vollpfosten querbeet – unterscheiden Sie selbst:

(Kommentarfunktion aus.)

(Ursprung – Montag, den 27. Oktober 2014, 00:00:00 Uhr)

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