Omerta bei Gender Studies?

Bin über die Gender-Studies-Vertreterin Franziska Schutzbach gestolpert, die ihre „Studien“ gegen Bösewichter verteidigt. Fachargumente habe ich keine vorgefunden, obwohl die woz notiert (Hervorhebung von mir):

Franziska Schutzbach lehrt und forscht am Zentrum Genderstudies der Universität Basel 
und ist freie Autorin.

Gleichwohl verzichtet Schutzbach im Artikel – wie jedermann nachlesen kann – auf Forschungsresultate, sondern beklagt stattdessen ein „Comeback des Antiintellektualismus“. Bösewichter halt. Das Verteidigungsprinzip – Schmähen statt Argumentieren – ist mir vertraut von Detjen und Lenz. Also keine Überraschung.

Dankenswerterweise erwähnt Schutzbach ein Interview mit dem Evolutionsbiologen Axel Meyer im Tages-Anzeiger, das ich ausfindig machen konnte. Auf eine Verlinkung verzichtete der Artikel – macht nichts, Google ist dein Freund. Im Interview fiel mir diese Stelle auf (hervorgehobener Text vom Fragesteller):

Biologen wie ich, die in Experimenten zeigen, dass Geschlechtsunterschiede auch in Verhaltens- und Denkaspekten angeboren, genetisch mitbestimmt sind, sind für die Genderforschung ein Feindbild.

Wenn man Sie reden hört, könnte man denken, dass es andersherum auch so ist.

Eigentlich nicht. Die meisten Biologen wissen gar nichts davon. Bevor ich ein Jahr am Wissenschaftskolleg in Berlin war und da auch eng mit Geisteswissenschaftlern zu tun bekam, ging mir das ähnlich.

Das klingt nach wissenschaftlichen Paralleluniversen, die dasselbe Thema bearbeiten.

Ja, und das war die Initialzündung für das Buch, das jetzt herausgekommen ist.

Das erinnert mich an die merkwürdige Geheimhaltungspolitik der Gender Studies. Komilitonen werden vergattert, über Seminar-Inhalte in der Öffentlichkeit zu schweigen. Klingt ein wenig wie Omerta („Es gibt keine Mafia!“). Augenscheinlich gilt diese Geheimhaltungspolitik auch gegenüber „benachbarten“ Studiengängen – Gänsefüßchen um Benachbart deswegen, weil ich das Wort Studium nicht entwerten will.

Und da fragt Marion Detjen im Schlussteil ihres Jammer-Artikels nach fehlender Solidarität der Geisteswissenschaften? Was zum Kuckuck ... ?

(Ursprung – Mittwoch, den 21. Oktober 2015, 15:31:02 Uhr)

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