Hitlers Schriftwerke

Als seinerzeit der Stern mit Veröffentlichung der gefälschten Hitlertagebücher die Behauptung in die Welt setzte, die Geschichte müsse neu geschrieben werden, blieb ich hinterm Ofen. Eine Erkenntnis hätte höchstens sein können, das er lesen und schreiben konnte. War aber vorher schon bekannt durch sein Schriftwerk „Mein Kampf“.

Unbestreitbar positiv ist einzig die filmische Aufarbeitung Schtonk!. (Unsterblich der Spruch in der Eingangsszene: melde gehorsamst, Herr Obersturmbannführer ... er brennt nicht.) Götz George und vor allem Uwe Ochsenknecht waren wunderbar.

An „Mein Kampf“ hat das Land Baiern das Copyright inne und hält das Werk im Giftschrank eingeschlossen; dieses Jahr (wann genau, weiß ich selbst nicht) laufen die Rechte aus und der Schmier wird gemeinfrei.

Große Aufregung allenthalben. Hauptgrund ist unter der Oberfläche die Tatsache, dass Nachkriegswestdeutschland dank Kaltem Krieg niemals ernstlich entnazifiziert wurde. Sprachlich muss das Ding das geistige Potential unseres ehemaligen Postkartenmalers getreulich widerspiegeln: schmerzhaft zu lesen und sachlich Wurscht.

Die von mir hochgeschätzte Theresa Bäuerlein hat Amazon-Rezensionen aus USA, dem Vereinigten Königreich und Indien gesammelt und übersetzt. Habe es überflogen, aber es ändert nichts: das Buch ist scheißegal.

(Ursprung – Donnerstag, den 07. Januar 2016, 23:38:48 Uhr)

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