Tagebuch

Live-Bericht von einer Schlepper-Tour

Die vorliegende Reportage von der Sea-Watch3 begleitet den weiblichen Kapitän Rackete auf einer Schleppertour. Ein Freund berichtete mir aus eigenen Dokumentationen für die Öf­fent­lich-Recht­li­chen, dass ab Reisebeginn ein steter Er­war­tungs­druck nach „Action“ dahinter steht.

Minute 0:03 – „Die Reise beginnt mit einem Hilferuf“ – Der „Hilferuf“ soll darüber hinwegtäuschen, dass das eigentliche Geschäftsmodell der Sea-Watch 3 die Schlepperei ist, und dass die „Seenot“ – in Kenntnis des Geschäftsmodells – mit Absicht herbeigeführt wurde.

Minute 0:27 – „Das Boot hat kein Navigationsgerät und nicht genug Treibstoff“ – die Erklärung: das Boot ist von einem seetüchtigen Schiff zur Stelle geschleppt und ausgeklinkt worden.

Minute 0:59 Das Schlauchboot ist nicht hochseetauglich, selbst ein Außenbordmotor ist nicht zu erkennen. Die Schlepplinge (nach Augenschein 70% jugendfrische Männer in der Blüte ihrer Arbeitskraft, Rest Frauen und Kinder) ohne Schwimmwesten. Riskant. – Frau Rackete erklärt, dass sie nach Seerecht „helfen muss“. Zutreffend.

Minute 1:30 – „Diesmal können alle 43 (53?) Migranten sicher an Bord gebracht werden“ – Migranten. Nicht Flüchtlinge. (Später wird von „Flüchtlingen“ oder „Geflüchteten“ die Rede sein.)

Die Reportage verschweigt die genaue Position der Aufnahme. Nach Zeitungsberichten ist es vor Libyen. Der nächste sichere Hafen wäre – falls nicht in Libyen – quasi daneben in Tunesien (ein Urlaubsparadies). Dazu kein Wort in der Reportage, sondern die Rede ist gleich von der weiter entfernten Insel Lampedusa.

Minute 10:52 – Gespräch mit Migranten: „Ich wurde gefoltert, entführt“ – plausibel, alle sind Schwarze. Die Araber (Libyen ist arabisch bevölkert) gehen mit der Schwarzen traditionell schlecht um; beispielsweise hatten sie sich, als das noch ging, bei Bedarf nach Sklaven bei den Negern bedient. Die Reportage spricht nicht an, dass und warum sie dennoch zuvor nach Libyen gingen.

Minute 11:20 – „Italien bleibt hart: die Sea-Watch 3 darf nicht anlegen“. Rackete: „Es gibt offensichtlich keine politische Lösung.“ Putzmunter!

Minute 15:05 – das Polizeiboot blockiert den Andockplatz, um die Sea-Watch 3 am Anlegen zu hindern.

Minute 15:20 „Zwischenfall“: die Sea-Watch 3 berührt das Polizeiboot. Dieses zieht sich aus der Gefahrenzone zurück.

So, jetzt haben wir es life und in Farbe gesehen.


Nachtrag, der Betrieb der Sea-Watch 3 kostet Geld für Sprit, Hafengebühren, Heuer. Als Geldquelle werden in der Zeitung „freiwillige Organisationen“ genannt. Freiwillig bedeutet nicht nicht-kommerziell. Eine Rech­nungs­prü­fung bei Rackete wäre sicher interessant – wenn sie aus dem Knast raus ist.


Update 19. Juli 2019 – Folge dem Geldfluss: Die Tagesstimme meldet konkrete Kontakte zwischen einer libyschen Schlep­per­or­ga­ni­sa­tion und Sea-Watch 3. Nach dem Bericht zu urteilen ist Rackete nicht einfach nur ideologisch verblendet, sondern könnte auch finanziell eingebunden sein.

(Via Carsten Jahn)


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(Ursprung – Mittwoch, den 17. Juli 2019, 23:10 Uhr)

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