Grabenkampf der Feministen

Der Grabenkampf der Feministen geht weiter. Die Heinrich-Böll-Stiftung gibt eine schön bunte Broschüre heraus unter dem Titel „Gender Raus! Zwölf Richtigstellungen zu Antifeminismus und Gender‑Kritik“.

Zu den unterstellten Vorwürfe will ich Stellung nehmen, ohne auf die „Richtigstellungen“ einzugehen.

(Diese könnt ihr gerne selbst nachlesen. Es ist wortreich und bezugsarm. Reichlich Wortgeplätscher des Guten, Wahren und Schönen. An jedem Absatz-Ende solltet ihr die Frage stellen: was stand am Absatz-Anfang, und wie hängt das mit der Überschrift zusammen?)

Ich schenke mir also die meisten „Widerlegungen“. Hier die behaupteten Vorwürfe mit jeweils meiner Stellungnahme:


Behauptung 1 – Die Gender-Ideologie will die Ehe und die Kernfamilie abschaffen

Strohmann-Argument. Mag sein, dass irgendwer das gesagt hat (AfD?). Ist aber auf keinen Fall Tenor in der Gender-Kritik.


Behauptung 2 – Die Gender-Ideologie will unsere Kinder in ihrer sexuellen Identität verunsichern und frühsexualisieren oder sogar homosexualisieren

Yup. Also nicht, dass sie das ausdrücklich beabsichtigt – aber erreichen tut sie das auch ohne Absicht.

Übrigens, nach Auskunft des Biologen Prof. Dr. Ulrich Kutschera ist die männliche Homosexualität endogen, die weibliche Homosexualität dagegen nicht ausschließlich festgelegt, sondern auch erwerbbar.

In Vorschule und Grundschule interessieren sich die Kinder für Lokomotiven oder Schminkköfferchen, aber nicht für die Aktivität zwischen den Beinen, außer beim Pinkeln. Dennoch wünscht Gender Mainstream Unterrichtsinhalte zu Hetero-, Homo-, Trans- und sonstige Sexualität in Vor- und Grundschule.

Bei Schulerziehung sind derartige Experimente kontraproduktiv, wie die Geschichte zeigt. Beispiel: nach unbedachter Einführung der Mengenlehre anstelle Grundrechenarten bei Schulanfängern mehrten sich die Fälle von Dyskalkulie. Dem Autor (mir) sind Beispiele persönlich bekannt (Spätfolgen bei Erwachsenen).


Behauptung 3 – Gender Mainstreaming will Männer und Frauen gleichmachen

Genau andersrum: die Grundannnahme der Gender Studies ist, dass die seelische Grundverfassung der Geschlechter bei Geburt noch gleich sei – im Widerspruch zu medizinischen und psychologischen Erkenntnissen. Mehr siehe unten. (Gender Studies ungleich Gender Mainstream!)


Behauptung 4 – Muslime und Migrantinnen bringen rückständige Frauenbilder nach Deutschland; muslimische Männer gefährden deutsche Frauen

Teil Eins: sorry, ja, ist so; siehe auch unter Behauptung 5. Die Weiber sind dort erstens die Kindermaschinen und hüten zweitens die Familienehre. Die Ehrenmorde in der Zeitung sind organisiert von Geschwistern, aber initiiert von den Müttern(!). Staunt hier irgendwer?

Teil Zwo: ihr rückständiges Frauenbild erlaubt ihnen keineswegs, den unschuldigen weißen deutschen Blondchen in den Schritt zu fassen, weil fremdes Eigentum. Also Entwarnung.


Behauptung 5 – Migrantinnen bekommen viele Kinder und belasten die Sozialsysteme, während die Deutschen aussterben

Stimmt beides: die hiesigen Moslems leben überwiegend in einer islamischen Parallelgesellschaft, und die Deutschen werden weniger.

Das mit „Belastung der Sozialsysteme“ natürlich eine Unverschämtheit. Sozialsysteme sind nicht geschenkt! Ich habe lange Jahre gut verdient und wünsche, dass meine hart (und voller Freude) erarbeiteten Sozialabgaben auch sozial verwendet werden, ohne Rücksicht auf Herkunft!


Behauptung 6 – Feminismus ist Männerhass. Männer sind die eigentlichen Verlierer der Gleichstellung.

Aussage Eins findet Bestätigung in den Blogs. Die große Mehrheit der feministischen Bloggerinnen äußert blanken Hass auf die Männer – sowohl einzeln als auch generell alle. Auf Wunsch liefer ich Beispiele. Zieht euch warm an.

Aussage Zwo trifft überraschenderweise nicht zu: die Frauen sind – abgesehen von geringen Mitnahmeeffekten, etwa Frauenparkplätzen – genauso die Verlierer wie die Männer in dem ganzen großartigen Spiel. Wann hat je der Feminismus die wirtschaftliche Situation von Aldi-Kassiererin, Frisöse, Krankenschwester, KiTa-Erzieherin thematisiert? Die frauendominierten Branchentarife? Aha.

Statt um die wirklichen Probleme der Frauen kümmert sich die Genderista um ihre besserverdiende Klientel (Frauenquote in Aufsichtsräten) und um ihre eigenen Tröge (Professuren ausschließlich für Frauen, also Geburtsrecht statt Kompetenznachweis wie etwa wissenschaftliche Veröffentlichung).


Behauptung 7 – Die Gender-Ideologen übertreiben. Wir sind längst gleichgestellt

Wir unterscheiden fein zwischen gleichberechtigt (festgelegt in GG Art. 3) und gleichgestellt (bedeutet Ergebnisgleichheit, ist mit Gleichberechtigung unvereinbar und darum verfassungswidrig).

Gleichgestellt sind die Geschlechter auf keinen Fall: es gibt mehr weibliche als männliche Frisösen, und es gibt mehr männliche als weibliche Dachdecker. Ich sehe keinen Grund, das zu ändern. (Jedenfalls möchte ich mir die Haare lieber von einem Mädel schneiden lassen.)

Die Geschlechter sind längst gleichberechtigt, und die Gender-Ideologen übertreiben nicht, sondern sie haben ein Rad ab. Das ist eine neue Qualität.


Behauptung 8 – Die Gender Studies sind keine objektive Wissenschaft. Sie sind ideologisch.

Betrachten wir den Broschürentext im Detail:

Richtig ist: Die Frauen- und Geschlechterforschung sowie die Gender Studies arbeiten mit wissenschaftlichen Methoden und Theorien.

Die verwendeten Theorien und Methoden seien „wissenschaftlich“, steht da; aber worin genau diese Methoden bestehen, und was genau die Theorien vorhersagen, lässt die Broschüre vornehm aus. Sie behauptet es schlicht. Ich bin auf Glauben oder Nichtglauben angewiesen? Nebelfackel, vergiss es!

Diese Forschungsrichtungen sind entstanden, weil die vorherrschende Wissenschaft oft nur die Geschichte und das Leben von Männern untersucht, also nicht objektiv forscht, sondern einseitig.

Wissenschaft „herrscht vor“? Über wen oder was? Nach eigenem Anspruch ist sie nur dem Wissen verantwortlich.

Falls die Wissenschaft tatsächlich über eine Partei, etwa der Frauen, „vorherrschen“ würde, so wäre das eine Pflichtverletzung gegen dem eigenen Anspruch. Dafür müsste Beispiel gebracht werden. Wird aber nicht.

Die Gender Studies beschäftigen sich mit (historischen) Fragen und mit Menschen, die oft vergessen oder ausgelassen wurden, und tragen auf diese Weise gerade zu mehr Objektivität bei.

Das Vergessen oder Auslassen von Gegenständen hängt normalerweise mit mangelnder Relevanz zusammen. Irrelevantes in die Betrachtung aufzunehmen mag einem – abstrakten – Gerechtigkeitssinn entspringen, ist aber im Wortsinn unwissenschaftlich (siehe oben). Mein Vorschlag: auslassen, vergessen.

Behauptung 8 trifft zu. Gender Studies sind keine Wissenschaft.


Behauptung 9 – Die Biologie legt fest, wie Männer und Frauen ticken, und dass sie verschieden sind

Dazu Auskunft von Kinderpsychologen:

Klingt für mich wie biologisch festgelegt, ein Urteil überlasse ich aber höflich dem Leser.


Behauptung 10 – Abtreibung ist Mord. Frauenrechte dürfen nicht über das werdende Leben gestellt werden.

Habe ich von mehreren Seiten auch so gehört. Bundesverfassungsgericht hat dazu geurteilt, dass Abtreibung verwerflich ist, einerseits, aber hat andererseits die Strafbarkeit verneint.

Zum Teufel, ich bin Vollblutpapa (meine Babys von damals haben letztes Jahr meine Küche aufgebaut) – sollte ich dazu Stellung nehmen? Mein erstes Kind rief in den ersten Lebensjahren niemals nach „Mama“, sondern ausschließlich „Papa“. Nicht meine Beobachtung, ich war jedesmal zu beschäftigt.

Mir leuchtet das Dilemma der ungewollten Schwangerschaft ein. Ich nehme keine Stellung. Ich täte es nur (aber dann konsequent), wenn das Kleine meins wär! Und was ich dann sagen würde, das würde auch geschehen, aber 100%!

Genderista, kümmert euch um euer eigenes, und im Übrigen, Klappe!


Behauptung 11 – Man darf Frauen ja nicht mal mehr ein Kompliment mache. Wenn Frauen einen Minirock tragen, wollen sie doch angemacht werden

Hä?


Behauptung 12 – Die Gender-Ideologie will die Geschlechterdifferenz abschaffen. Jeder soll sich sein Geschlecht aussuchen können.

Das können die doch alle heute schon. Wenn es allzu peinlich wird, schaue ich diskret in die andere Richtung.

Kein Ding!

Ehrlich nicht!

(Ursprung – Freitag, den 21. Juli 2017, 23:22:17 Uhr)

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