Antifa

Am 16. Mai fand in Stuttgart ein Mordanschlag statt. Wie Stuttgarter Zeitung berichtet, schugen Unbekannte drei Passanten nieder. Augenzeugen berichteten von etwa fünfzig Angreifern. Am Tatort wurde eine Gaspistole gefunden. Irgendwo habe ich von aufgesetztem Schuss gelesen. Ein Opfer liegt im künstlichen Koma.

Die Täter sollen aus dem Umfeld der Antifa kommen. – Der Verdacht bestätigt sich nun – für jedermann sichtbar – beim Bekenner-Portal für Gewalttaten Indymedia (Sicherungskopie hab ich aufgehoben):

Im Vorfeld der sogenannten „Querdenken 711“ Kundgebung am 16. Mai auf dem Cannstatter Wasen bei Stuttgart haben militante Antifaschist*innen drei Rechte angegriffen, die zum Vorab-Treffpunkt der faschistischen Betriebsgruppierung „Zentrum Automobil“ stoßen wollten. Alle drei gingen nach kurzer Auseinandersetzung zu Boden.

Das Bekennerschreiben verdient gesonderte Würdigung:

Die Kopfverletzung zog der Faschist sich zu, nachdem er sich in der Auseinandersetzung mit zwei Schlagringen bewaffnete. Durch den Angriff wurde er daran gehindert sie einzusetzen.

Abgesehen davon, dass die Zeitung von Schlagringen (illegale Waffe) nichts berichtet, betrachten wir die rhetorische Volte: der Angegriffene wurde „gehindert“, die Waffe zu „verwenden“. So wird Abwehr zum Angriff umgemünzt. Umkehr der Kausalität.

Es hat zweifellos diejenigen mit Härte getroffen, die auch selbst bereit sind hart auszuteilen.

Ist die Welt nicht schön? Schön einfach auf jeden Fall.

Unserer Einschätzung nach kann es momentan nicht das Ziel antifaschistischer Angriffe sein, Nazis in Straßenauseinandersetzungen systematisch schwere bis tödliche Verletzungen zuzufügen.

(Hervorhebung von mir.) Krankenhausreif reicht euch also?

Nein Freunde der Nacht. Ihr setzt euch über das Gewaltmonopol des Staats hinweg. Ihr seid die Burschen, derentwegen ich überlege, mir den Kleinen Waffenschein zuzulegen.

Ihr seid die Terroristen.


Nachtrag 7. 7. 20, Tichys Einblick meldet diverse Razzien in Stuttgart et al. zu den Vorgängen. Der 21-jährige Tat­ver­däch­ti­ge des Mord­an­schlags ist ermittelt. Gegen acht Personen wird ermittelt wegen Land­frie­dens­bruchs. Einer von denen ist wohl Mitarbeiter des stellvertretenden Vorsitzenden der Links­par­tei-Bun­des­tags­frak­tion Tobias Pflüger, der dessen Alibi be­haup­tet – zur Stunde ohne Beleg.

Nachtrag 2Staats­an­walt­schaft und Po­liz­ei Stutt­gart ge­ben be­kannt: Nach Schlä­gen auf De­mons­tra­tions­teil­neh­mer - Woh­nungs­durch­su­chun­gen - Ein Tat­ver­däch­ti­ger fest­ge­nom­men

Persönliche Anmerkung. Im „Superwahljahr“ 2009 habe ich wohl die Trommel gerührt für die Linkspartei, und meine Stim­me hat ein gewisses Gewicht in der Öf­fent­lich­keit. Das wird sicher nicht wieder vor­kom­men.

Nicht der Irrtum ist die Schande, sondern das Be­har­ren darauf.

(Ursprung – Freitag, den 29. Mai 2020, 07:47 Uhr)

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